Die CityBahn verbindet Fragen und Antworten

Auf Bürgerterminen, in Gesprächen, in den Sozialen Medien oder in den Kommentarspalten auf den Webseiten der lokalen Presse: Die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener haben viele Fragen rund um das Projekt CityBahn. Unsere FAQ geben Antworten und Ausblicke, erläutern Zahlen und Zusammenhänge.

 

Gesamtnetz und Konzept

Was ist heute anders als bei den früheren Anläufen für eine Stadtbahn?

Das Bevölkerungswachstum der Stadt hat sich sehr viel stärker entwickelt als noch vor 15 Jahren angenommen. Mehr Menschen benötigen mehr Arbeitsplätze, Bildungsangebote und Fläche. Die Entwicklung von Wohn- und Gewerbegebieten in Wiesbaden und im Untertaunus ziehen eine steigende Nachfrage nach Mobilität nach sich. Die wachsenden Hochschulen sorgen für weitere Einpendler und Zuzügler. Das führt dazu, dass die Verkehrssysteme Auto und Bus die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erreicht haben.

 

Die CityBahn wird zwei große Probleme der Stadt Wiesbaden lösen: Erstens unterstützt sie ESWE Verkehr dabei, die seit Jahren kontinuierlich steigenden Fahrgastzahlen zu bewältigen, da die bereits bestehende Bus-Taktung keine weiteren Fahrten zulässt. Zweitens wird die CityBahn einen großen Beitrag dazu leisten, die Schadstoffbelastung in der Luft effektiv zu senken und somit weitere Überschreitungen der Grenzwerte für hochgiftige Stickoxide vermeiden.

Worin besteht der planerische Unterschied zu früheren Anläufen für eine Stadtbahn?

Im Gegensatz zu den vergangenen Planungen wird bei der CityBahn auch eine Mitnutzung der Mainzer Straßenbahninfrastruktur von Beginn an integriert. Das rückt die beiden Städte nicht nur näher zusammen, sondern spart vor allem Kosten. Da die Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) Betrieb und Wartung der CityBahn übernehmen wird, muss in Wiesbaden keine eigene Hauptwerkstatt gebaut werden. Perspektivisch können durch eine Mitnutzung des Mainzer Straßenbahnnetzes durch die CityBahn zusätzliche, umsteigefreie Verbindungen zwischen Wiesbadener und Mainzer Stadtteilen entstehen. Insbesondere wenn die CityBahn nicht auf die Strecke nach Bad Schwalbach beschränkt bleibt, sondern auch in Wiesbaden zu einem Netz ausgebaut wird.

 

Da Wiesbaden und Mainz das Projekt gemeinsam realisieren wollen, haben die MVG und ESWE Verkehr zusammen die Projektgesellschaft „CityBahn GmbH“ gegründet.

Werden mit Einführung der CityBahn Buslinien eingestellt? Und wird der Weg zur nächsten Haltestelle damit weiter als jetzt?

Ob und welche Buslinien gegebenenfalls anzupassen sind, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, da sich das Projekt noch in der Vorplanung befindet und der genaue Linienführung sowie die Haltepunkte noch nicht feststehen. Die CityBahn ist Teil eines Gesamtkonzeptes für die Mobilität in Wiesbaden. Bei den Planungen wird ein Prognosezeitraum bis zum Jahr 2030 betrachtet und bewertet. Daraus ergibt sich eine Gesamtnetzdarstellung, die in keinem Bereich zu Verschlechterungen führen soll.

Welche Breite sollen die Fahrzeuge der CityBahn haben?

Die zu realisierende Fahrzeugbreite hängt von einer Reihe von Faktoren ab, die erst in der weiteren Planung genau feststehen. In jedem Fall wird eine für die Fahrgäste komfortable Lösung gewählt.

Wird die CityBahn barrierefrei nutzbar?

Ja, die CityBahn wird barrierefrei nutzbar sein. Der Gesetzgeber schreibt im Personenbeförderungsgesetz eine vollständige Barrierefreiheit im ÖPNV bis 2022 vor.

Kann ich in der CityBahn ein Fahrrad mitnehmen?

Ja, die Fahrradmitnahme in der CityBahn wird wie bei Bus und Bahn üblich über die Beförderungsbestimmungen des RMV/VMW geregelt.

Finanzierung und Wirtschaftlichkeit

Was ist eine Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU)?

Die Nutzen-Kosten-Untersuchung ist eine vom Bund vorgegebene standardisierte Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des Öffentlichen Personennahverkehrs. Sie ist eine Verfahrensanweisung, mit der sich bestimmen lässt, ob der Nutzen eines Vorhabens beispielsweise durch Einnahmen, Emissionsminderung, Zeitersparnisse, vermiedene Verkehrsunfallkosten dessen Kosten für den Grunderwerb, Trassen-Bau, die Anschaffung der Fahrzeuge oder die Betriebskosten rechtfertigt. Wenn der gesamtgesellschaftliche Nutzen die Kosten übersteigt, gilt das Vorhaben als wirtschaftlich und ist dem Grunde nach förderungswürdig. Für die CityBahn wurde im Rahmen von vorlaufenden Machbarkeitsstudien ein positiver Nutzen-Kosten-Faktor ermittelt, so dass jetzt weitere Planungsschritte folgen können.

Wann wird die Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) veröffentlicht?

Die gesicherten Ergebnisse der NKU werden voraussichtlich im Dezember 2017 vorgestellt und veröffentlicht. Für den Streckenabschnitt zwischen der Hochschule Mainz und der Hochschule RheinMain ist davon auszugehen, dass der NKU-Faktor deutlich positiv ist. Das ist auch das Ergebnis der Voruntersuchung und der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2016. Deshalb hat das Land Hessen den Planungsauftrag erteilt und die Planungskosten bezuschusst.

Was kostet die CityBahn? Wer übernimmt die Finanzierung?

Die Baukosten für die Realisierung des Streckenabschnitts zwischen der Theodor-Heuss-Brücke und der Hochschule RheinMain werden auf insgesamt 149 Millionen Euro geschätzt. Das Land Hessen hat die Finanzierung einer Linie von Mainz bis nach Bad Schwalbach bereits beim Bund angemeldet. Dieser zahlt voraussichtlich über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) einen Großteil der anfallenden Kosten des Streckenbaus. Darüber hinaus hat das Land Hessen signalisiert, sich an der Finanzierung zu beteiligen. An der Anschaffung der Fahrzeuge wird sich das Land Hessen ebenfalls beteiligen, die genaue Höhe des Förderbetrags steht noch nicht fest.

Was kostet die Vorplanung und wer trägt die Kosten?

Die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung hat am 16.02.2017 die Mittel für die Vorplanung der CityBahn bewilligt. Die Stadt Wiesbaden stellt 3,4 Millionen Euro zur Verfügung, das Land Hessen 465.000 Euro. Das Land Hessen hat inzwischen auch dem Rheingau-Taunus-Kreis eine Bezuschussung der Vorplanung zugesagt.

Könnte das Geld nicht besser in Bildung oder andere Bereiche investiert werden?

Bund und Länder legen in verschiedenen Gremien die grundsätzliche Ausrichtung ihrer Politik und die Handlungsfelder fest. Zur Erreichung dieser Ziele stellen sie unterschiedliche Förderprogramme bereit. So wird das Projekt CityBahn vom Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) gefördert. Diese Mittel dürfen ausschließlich zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Kommunen verwendet werden. Weitere Gelder kommen aus der Verkehrsinfrastrukturförderung des Landes Hessen. Auch diese Zuschüsse sind zweckgebunden. Die Finanzierung der CityBahn steht somit nicht in Konkurrenz zur Finanzierung von Bildungsprojekten.

Verlieren Mitarbeiter von ESWE Verkehr oder MVG durch die CityBahn ihre Arbeitsplätze?

ESWE Verkehr und MVG verzeichnen eine starke Zunahme bei den Fahrgastzahlen. Bei insgesamt über 110 Millionen Fahrgästen brauchen ESWE Verkehr und MVG jede einzelne Busfahrerin und jeden einzelnen Busfahrer, um den dichten Takt fahren zu können, den die Städte in der Region benötigen. Sobald die CityBahn ihren Betrieb aufnimmt, werden zudem viele Menschen vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr umsteigen und für einen weiteren Anstieg der Fahrgastzahlen sorgen. Langfristig werden ESWE Verkehr und MVG daher mehr Mitarbeiter beschäftigen. Neue Angestellte sollen von Anfang an zu CityBahn- und/oder Kombifahrern ausgebildet werden. Die aktuellen Busfahrerinnen und Busfahrer können eine Umschulung absolvieren.

Planung und Beteiligung

Wie ist der Stand der Planung?

Momentan befindet sich das Projekt CityBahn in der Vorplanung. Die beauftragte Planungsgemeinschaft erstellt in dieser Phase das Konzept und ermittelt die Grundlagen der Planung. Die Planer skizzieren einen Korridor vom Kopf der Theodor-Heuss-Brücke bis zur Hochschule RheinMain und untersuchen, welche Streckenvarianten technisch umsetzbar und wirtschaftlich sind.Einige Meilensteine in der Planung der Strecke gelten heute schon als sicher: Die Hochschule RheinMain, die Wiesbadener City, der Hauptbahnhof und die Theodor-Heuss-Brücke sind Fixpunkte im Streckenverlauf.Bodenuntersuchungen, technische und verkehrliche Machbarkeitsanalysen gehören in dieser Phase ebenso zu den Aufgaben wie die Abstimmung mit den Behörden. Großprojekte im Umfeld der CityBahn werden ebenfalls in die Vorplanung mit einbezogen.

Wann beginnt die Bürgerbeteiligung?

Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol übergab am 26. Juni 2017 die Anmeldung des Projekts für die „Vorhabenliste Bürgerbeteiligung“ an die Stabsstelle Bürgerbeteiligung der Stadt Wiesbaden.Die CityBahn GmbH wird den Wiesbadenerinnen und Wiesbadenern die Ergebnisse der Vorplanung ab Januar 2018 vorstellen. Im Rahmen von Info-Messen entlang der geplanten Trasse können sich die Bürgerinnen und Bürger über die Planung informieren und ihre Meinung zu Einzelheiten der Vorplanung äußern. Vor diesem Hintergrund bereiten Vertreter von ESWE Verkehr, der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) sowie der Städte Wiesbaden und Mainz momentan den Beteiligungsprozess für das Projekt CityBahn vor, der sich an den Leitlinien für Bürgerbeteiligung der Stadt Wiesbaden orientiert.

Linienführung

Wo wird die CityBahn entlangfahren? Gibt es bereits eine festgelegte Streckenführung?

Momentan laufen die Vorplanungen zur CityBahn. Die beauftragten Planer untersuchen in einem Korridor zwischen der Theodor-Heuss-Brücke und der Hochschule RheinMain, welche Streckenvarianten technisch umsetzbar und wirtschaftlich sind. Einige Meilensteine in der Planung der Strecke gelten heute schon als sicher: Die Hochschule RheinMain, die Wiesbadener City, der Hauptbahnhof und die Theodor-Heuss-Brücke sind Fixpunkte im Streckenverlauf – für die dazwischenliegenden Korridore prüfen die Planer mögliche Varianten. Zwischen der Brücke und dem Wiesbadener Hauptbahnhof nehmen die Experten momentan zwei Trassenvarianten unter die Lupe: Zum einen untersuchen sie eine Verbindung über das Gewerbegebiet Petersweg bis zum Bahnhof Wiesbaden Ost, zum anderen betrachten sie eine Streckenführung über Biebrich. Im Hinblick auf die Entwicklung neuer Wohnquartiere entlang der Wiesbadener Straße prüfen die Planer einen Korridor von der Rampenstraße bis zum Herzogsplatz. Dabei ermitteln die Ingenieure die Grundlagen der Planung und skizzieren das Konzept. Einzelne Trassenvarianten stimmen die Planungsbüros in regelmäßigen Arbeitskreisen mit den Stadt- und Verkehrsplanern der Städte Wiesbaden und Mainz ab. Die Ergebnisse der Vorplanung werden den Bürgerinnen und Bürgern ab Januar 2018 vorgestellt. In einem offenen und transparenten Dialog können sie dann ihre Meinung zu Einzelheiten der Vorplanung mit möglichen Varianten äußern.

 

Aus den daraus ermittelten Varianten wird eine sogenannte Vorzugsvariante für die Streckenführung ausgewählt. Die Ingenieurbüros erarbeiten anschließend ein detailliertes, stimmiges und realisierbares Planungskonzept für diese Vorzugsvariante des Linienverlaufs inklusive der Lage der Haltestellen und wichtiger Verknüpfungspunkte. Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es keine festgelegte Streckenführung.

Wird die Theodor-Heuss-Brücke die zusätzliche Belastung durch die CityBahn aushalten?

Die Tragfähigkeit der Theodor-Heuss-Brücke wird derzeit im Rahmen der Vorplanung geprüft. Erste Ergebnisse lassen darauf schließen, dass durch statische Verstärkungen die zusätzliche Belastung der CityBahn getragen werden kann. Die endgültigen Resultate der Untersuchung liegen Mitte November vor.

Wollen die Mainzer überhaupt die CityBahn?

Die Stadt Mainz hat sich mit der „Mainzelbahn“ und der „Zollhafenbahn“ für ein Straßenbahnnetz und dessen Ausbau entschieden. Eine verkehrliche Anbindung der Städte Mainz und Wiesbaden stärkt die Metropolregion Rhein-Main und ist ein Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger beider Landeshauptstädte. Der Städteausschuss Mainz/Wiesbaden hat sich in seiner Sitzung am 22. Juni 2017 ausschließlich mit dem Thema CityBahn befasst. Zudem sind die Mainzer Stadtwerke der CityBahn GmbH, die Planung, Bau und Betrieb der CityBahn durchführen wird, als mit Wiesbaden gleichberechtigter Gesellschafter beigetreten.

Werden weitere Stadtteile an das CityBahn-Netz angebunden?

Viele der rund 70.000 Einpendler nach Wiesbaden kommen aus dem Rheingau-Taunus-Kreis. In einer Abstimmung sprach sich der dortige Kreistag am 23. Mai 2017 mehrheitlich für die Anbindung an die CityBahn aus. Am 12. September 2017 hat der Kreistag weitere Beschlüsse für die CityBahn herbeigeführt. Demnach würden auch die Wiesbadener Stadtteile Klarenthal und/oder Dotzheim an die CityBahn angeschlossen. Die CityBahn-Linie zwischen Mainz und der Hochschule RheinMain ist der erste Schritt hin zu einem CityBahn-Netz für das Doppelzentrum Wiesbaden/Mainz und die Region. Perspektivisch sollen auch das Gebiet Ostfeld/Kalkofen und weitere Stadtteile an das Netz angebunden werden.

Warum verlängert man nicht einfach die S-Bahn und lässt diese dann zum Beispiel in einem Tunnel durch die Innenstadt fahren?

S-Bahnen haben eine grundsätzlich andere Aufgabe als Stadtbahnen. Sie bedienen lange Strecken mit großen Abständen zwischen den Haltestellen. Die CityBahn soll dagegen eine schnelle, kleinräumige Bedienung mit kurzen Haltestellenabständen als Ergänzung zur S-Bahn sichern.

Straßenraum

Fährt die CityBahn auf einer eigenen Trasse?

Die CityBahn soll wo immer möglich auf einer eigenen Trasse fahren, um den übrigen Verkehr nicht zu behindern und selbst leistungsfähiger zu sein. Zwischen der Theodor-Heuss Brücke und der Hochschule RheinMain soll sie daher weitgehend mit eigener Fahrspur unterwegs sein.

Wie und wo kann ich das Gleisbett der CityBahn überqueren?

Beim Bau der CityBahn berücksichtigen die Planer auch die Interessen mobilitätseingeschränkter Menschen. Sie planen barrierefreie Fußgängerüberwege mit ein. Die genaue Position der Querungsanlagen stimmt die CityBahn GmbH im Rahmen der geplanten Bürgerbeteiligung mit Bürgern und Institutionen wie beispielsweise dem Seniorenbeirat der Stadt Wiesbaden ab. Die Planer erarbeiten dazu Vorschläge und Empfehlungen, wobei auch Schulwege besonders berücksichtigt werden.

Wird der Autoverkehr langsamer, wenn dieser sich den Straßenraum mit der CityBahn teilen muss?

Die Leistungsfähigkeit von Verkehrsräumen wird maßgeblich dadurch bestimmt, dass effektive Verkehrssysteme zum Einsatz kommen. Mit der CityBahn wird diese Leistungsfähigkeit insgesamt verbessert.

Der Platz auf der Straße ist ohnehin schon knapp bemessen. Warum gibt man den Raum nicht lieber dem Radverkehr?

Die Radverkehrsführung in Wiesbaden ist verbesserungsbedürftig, aber das Verkehrsdezernat arbeitet mit Hochdruck an einer Optimierung. Die CityBahn steht nicht in Konkurrenz zum Fahrrad, da der Flächenbedarf der CityBahn nur einen Bruchteil der gesamten städtischen Verkehrsflächen ausmacht. Mit der CityBahn wird die Chance eröffnet, Straßenquerschnitte neu zu gestalten und ein Ausbau des Radwegenetzes zu forcieren. Überall, wo die CityBahn bauliche Veränderungen an Straßen erforderlich macht, wird der Radverkehr mitgedacht.

Werden für die CityBahn Parkplätze entfallen?

Der öffentliche Verkehrsraum wird sich mit dem Vorhaben CityBahn verändern. Eine neue Aufteilung der Verkehrsflächen zugunsten der CityBahn wird die Folge sein. In welchem Umfang alternative Standorte – zum Beispiel für Pkw-Stellplätze – erforderlich werden, wird im Rahmen der Planung mit den Behörden, Fachämtern und der Politik besprochen.

Werden Baustellen jahrelang die Strecke blockieren?

Nein, beim Bau der CityBahn gilt: Sobald ein Abschnitt fertiggestellt ist, fährt die Bahn. Der Baubeginn soll von der Theodor-Heuss-Brücke aus in beiden Richtungen erfolgen. Sobald dieser erste Abschnitt fertiggestellt ist, können die Bürgerinnen und Bürger mit der CityBahn von Mainz-Kastel bis Mainz fahren. Jeder weitere Bauabschnitt wird unmittelbar nach der Fertigstellung für die Fahrgäste bereitstehen. Während der Bauphasen soll ein abgestimmtes Baustellenmanagement die Erreichbarkeit der Innenstadt sicherstellen. Dieses berücksichtigt auch die anstehenden Erneuerungsmaßnahmen der Straßeninfrastruktur sowie Arbeiten an Ver- und Entsorgungsleitungen. Auch ohne die Realisierung der CityBahn würden diese Baustellenaktivitäten zu verkehrlichen Beeinträchtigungen führen.

Können autonome Fahrzeuge die CityBahn ersetzen?

Große Automobilhersteller arbeiten bereits an autonomen Fahrzeugen, im Jahr 2020 sollen die ersten vollautonomen Pkw auf die Straße kommen. Das sich das autonome Fahren im ÖPNV bisher nicht etabliert hat, liegt hauptsächlich an den hohen Investitionen, die mit einem Aus- oder Umbau verbunden sind. Primär eignen sich Neubauprojekte und geschlossene Systeme für eine Automatisierung, doch auch dort müssen Stationen nachgerüstet, die Technik gekauft und ein geeignetes Sicherheitskonzept aufgestellt werden.

 

Bevor autonome Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren dürfen, müssen zudem noch viele offene Fragen geklärt werden: Wer trägt die Schuld an Verkehrsunfällen? Wiederspricht die vollständige Vernetzung und zentrale Steuerung sämtlicher Fahrzeuge dem Datenschutz der Verkehrsteilnehmer? Welchem Verkehrsteilnehmer soll ein Wagen im Notfall ausweichen – und welchem nicht?

 

Vielbefahrene Strecken kann der autonome Verkehr ohnehin nur geringfügig entlasten, denn in ein autonomes Fahrzeug passen nicht mehr Passagiere als in einen Pkw. In einer Stadtbahn in Doppeltraktion finden hingegen rund 480 Fahrgäste Platz. Autonome Fahrzeuge können die CityBahn daher nicht ersetzen, sondern lediglich eine Zubringerfunktion übernehmen und somit den ÖPNV stärken.

Stadtgestaltung

Verschandeln die CityBahn und ihre Fahrdrahtmasten künftig das Stadtbild?

Das Stadtbild Wiesbadens liegt auch der CityBahn GmbH am Herzen. Ob die Bahn auf der gesamten Strecke fahrdrahtgebunden unterwegs sein muss, wird momentan im Rahmen der Nutzen-Kosten-Untersuchung geprüft. Eine mit zusätzlichen Batterien bestückte Bahn, wie sie beispielsweise in Nizza fährt, wäre zwar städtebaulich optimal, ist in puncto Reichweite, Fahrzeuggewicht und Energieverbrauch hingegen derzeit noch nachteilig. Inwieweit in einer übernächsten Fahrzeuggeneration grundsätzlich auf einen Fahrdrahtbetrieb verzichtet werden kann, hängt vom weiteren technischen Fortschritt ab und bleibt abzuwarten.

 

Soweit wie möglich sollen die vorhandenen Beleuchtungsmasten in Wiesbaden zu Mehrzweckmasten umgestaltet werden. Straßenlaternen, Verkehrsschilder und Fahrdraht werden sich einen Mast teilen.

Verliert mein Grundstück durch die CityBahn an Wert?

Alle Untersuchungen zu Neubauten von Stadtbahnen haben ergeben, dass die Immobilien- und Grundstückwerte in der Nähe der Trassen gestiegen sind. Diese Entwicklung erwarten wir auch für Wiesbaden.

Lärm- und Umweltschutz

Welchen Einfluss hat die CityBahn auf die Stickoxidbelastung in der Stadt?

Mit Einführung der CityBahn wird die Stickoxidbelastung in der Stadt sinken. Die CityBahn fährt emissionsfrei. Zudem belegen Studien, dass viele Autofahrer und Autofahrerinnen dazu bereit sind, auf ein modernes und attraktives Stadtbahnsystem umzusteigen. Die im November 2016 vorgelegte Machbarkeitsstudie für die CityBahn geht von mehr als 100.000 eingesparten Pkw-Kilometern pro Tag aus.

Ist die CityBahn emissionsfrei unterwegs und woher kommt der Strom für die Stadtbahn?

Ja, die CityBahn ist eine mit Strom betriebene Stadtbahn und fährt emissionsfrei, wobei der Strom aus regenerativen Quellen stammt.

Wären E-Busse nicht die bessere Alternative?

Die Leistungsfähigkeit der Busse ist nicht mit der CityBahn zu vergleichen. In einer Stadtbahn in Doppeltraktion finden bis zu 480 Fahrgäste Platz. An gleicher Stelle müssten drei Gelenkbusse oder sechs Standardbusse fahren, und die hätten auf den Wiesbadener Straßen, insbesondere in der Innenstadt, keinen Platz. Darüber hinaus sind E-Busse in der Reichweite eingeschränkt und können nur kürzere Strecken befahren.

Aus Mainz hört man immer wieder von Erschütterungen und quietschenden Bremsen entlang der neuen Straßenbahnstrecke. Droht uns das in Wiesbaden auch?

Nein, das Thema Lärm- und Erschütterungen bei Stadtbahnsystemen ist wichtig und wird bei der Bau- und Betriebsweise nachhaltig berücksichtigt, sodass Lärm- oder Erschütterungsprobleme minimiert und Grenzwerte nicht überschritten werden. Dabei fließen die Erfahrungen aus der Planung und Realisierung der Mainzelbahn in die aktuellen Planungen ein.

Müssen für die CityBahn Stadtbäume gefällt werden?

Wie bei jeder großen Infrastrukturmaßnahme lässt sich das Fällen von Stadtbäumen nicht überall vermeiden und vollständig ausschließen. Jedoch wird es für jeden gefällten Stadtbaum Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen geben. Dabei wird jeder Baum ersetzt. Im weiteren Verlauf der Planung wird dieses sensible Thema mit den zuständigen Behörden und Fachämtern besprochen und eine zukunftsfähige Lösung gefunden werden, die den hohen Wert des Stadtgrüns und der Lebensqualität Wiesbadens erhält.

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